Checkliste: Beauty-Business in der Schweiz gründen – alle Schritte (2026)
Allgemein 2026-03-13 · 12 min Lesezeit

Checkliste: Beauty-Business in der Schweiz gründen – alle Schritte (2026)

Du willst ein Beauty-Business in der Schweiz gründen? Diese Checkliste führt dich Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess – von der ersten Idee bis zur Eröffnung. Egal ob Massage, Kosmetik, Nagelstudio oder Coiffeur: Alle 38 Schritte sind nach Phasen geordnet, mit konkreten Kosten und realistischem Zeitplan.

Die Checkliste basiert auf den aktuellen Anforderungen für 2026. Drucke sie aus, hake ab, was du erledigt hast – und behalte den Überblick über deine Gründung.

Phase 1: Planung und Vorbereitung

Bevor du dich anmeldest oder Geld ausgibst, brauchst du einen soliden Plan. Diese ersten sieben Schritte legen das Fundament für dein Beauty-Business.

  1. Beruf und Spezialisierung wählen – Entscheide dich, in welchem Bereich du arbeiten willst: Massage, Kosmetik, Nails, Coiffeur oder eine Kombination. Deine Spezialisierung bestimmt die Ausbildung, die Zielgruppe und die Einrichtung. Je klarer dein Fokus, desto einfacher die Positionierung am Markt.
  2. Marktanalyse durchführen – Recherchiere die Konkurrenz in deiner Region. Wie viele Studios gibt es bereits? Welche Dienstleistungen fehlen? Was sind die üblichen Preise? Besuche andere Studios als Kundin, lies Google-Bewertungen und sprich mit potenziellen Kundinnen. Eine ehrliche Marktanalyse schützt dich vor teuren Fehlentscheidungen.
  3. Businessplan erstellen – Dein Businessplan muss kein 50-seitiges Dokument sein. Aber er sollte mindestens enthalten: dein Angebot, deine Zielgruppe, deinen Standort, deine Preise und einen Finanzplan für die ersten 12 Monate. Er hilft dir auch bei Gesprächen mit der Bank oder der Ausgleichskasse.
  4. Ausbildung und Weiterbildung klären – Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Beruf und Kanton. Coiffeusen brauchen in der Regel ein EFZ. Kosmetikerinnen und Nail-Designerinnen können mit anerkannten privaten Ausbildungen starten. Für Massage gilt: Wenn du über die Krankenkasse abrechnen willst, brauchst du eine EMR- oder ASCA-anerkannte Ausbildung (mindestens 150 Stunden Methodenausbildung plus medizinische Grundlagen).
  5. Startkapital berechnen und sichern – Erstelle eine detaillierte Aufstellung aller Gründungskosten (siehe Kostenübersichten unten). Plane einen finanziellen Puffer für mindestens drei Monate ohne Einkommen ein. Finanzierungsquellen: Eigene Ersparnisse, Darlehen von Familie/Freunden, Bankkredit, oder kantonale Förderprogramme für Existenzgründungen.
  6. Rechtsform wählen – Für die meisten Beauty-Gründungen ist die Einzelfirma der richtige Start: keine Gründungskosten, kein Mindestkapital, einfache Buchhaltung. Eine GmbH lohnt sich erst ab höherem Umsatz (ab ca. CHF 100'000) oder wenn du Mitarbeitende einstellen willst. Die GmbH erfordert CHF 20'000 Stammkapital und einen Handelsregistereintrag.
  7. Firmennamen wählen und prüfen – Wähle einen einprägsamen Namen, der dein Angebot widerspiegelt. Prüfe die Verfügbarkeit in der Zefix-Datenbank (zefix.ch) und sichere dir die passende Domain und die Social-Media-Handles. Bei einer Einzelfirma muss dein Nachname im Firmennamen enthalten sein.

Kostenübersicht Phase 1

Position Kosten
Businessplan-Beratung (optional) CHF 0 – 500
Ausbildung/Kurse CHF 1'000 – 20'000
Marktanalyse CHF 0 (eigene Recherche)

Phase 2: Rechtliches und Anmeldungen

Sobald dein Plan steht, geht es an die offiziellen Schritte. Die gute Nachricht: In der Schweiz ist die Gründung vergleichsweise unkompliziert. Die meisten Anmeldungen sind in wenigen Tagen erledigt.

  1. AHV-Anmeldung bei der Ausgleichskasse – Dies ist der wichtigste Schritt für die offizielle Anerkennung als Selbständigerwerbende:r. Melde dich bei der kantonalen Ausgleichskasse an und reiche die nötigen Unterlagen ein: Businessplan, Nachweise über mindestens drei verschiedene Auftraggeber oder Kunden, Visitenkarten, Website, Mietvertrag. Die Ausgleichskasse prüft, ob du tatsächlich selbständig bist. Dieser Prozess dauert oft 4 bis 8 Wochen.
  2. Handelsregistereintrag – Für Einzelfirmen freiwillig bis CHF 100'000 Jahresumsatz. Bei einer GmbH ist der Eintrag Pflicht. Ein Handelsregistereintrag schützt deinen Firmennamen und erhöht die Glaubwürdigkeit. Kosten: CHF 120 bis 400, je nach Kanton und Rechtsform.
  3. Kantonale Berufsausübungsbewilligung prüfen – Die Anforderungen variieren stark von Kanton zu Kanton. In einigen Kantonen brauchst du eine Bewilligung, um gewisse Beauty-Dienstleistungen anzubieten. Informiere dich beim kantonalen Amt für Berufsbildung oder beim Gesundheitsamt. Besonders bei Coiffeur, Kosmetik mit invasiven Behandlungen (z.B. Microneedling) oder Massage gelten je nach Kanton unterschiedliche Regeln.
  4. Mehrwertsteuer prüfen – Die Mehrwertsteuerpflicht beginnt ab CHF 100'000 Jahresumsatz. Unter diesem Betrag bist du befreit, kannst dich aber freiwillig registrieren. Tipp: Für die meisten Beauty-Gründerinnen lohnt sich die freiwillige Registrierung nicht, da deine Kundinnen Privatpersonen sind und die MWST nicht abziehen können.
  5. EMR/ASCA-Registrierung – Nur relevant für Massage und Komplementärtherapie. Wenn du über die Zusatzversicherung der Krankenkasse abrechnen willst, musst du bei EMR (Erfahrungsmedizinisches Register) oder ASCA (Schweizerische Stiftung für Komplementärmedizin) registriert sein. Die Anforderungen: anerkannte Methodenausbildung, medizinische Grundausbildung (mindestens 150 Stunden), Erste-Hilfe-Kurs und Berufshaftpflichtversicherung.
  6. Gewerbebewilligung/Nutzungsbewilligung der Gemeinde – Wenn du in deiner Wohnung arbeitest (Heimpraxis), brauchst du eventuell eine Nutzungsänderung oder Gewerbebewilligung der Gemeinde. Dies gilt besonders, wenn regelmässig Kunden kommen und sich das Verkehrsaufkommen ändert. Frag bei deiner Gemeinde nach – oft ist es ein einfaches Formular.
  7. Mietvertrag prüfen auf Gewerbe-Erlaubnis – Viele Mietverträge verbieten gewerbliche Nutzung ausdrücklich. Prüfe deinen Mietvertrag und hole bei Bedarf die schriftliche Zustimmung des Vermieters ein. Bei einem separaten Gewerberaum: Achte auf die Zweckbestimmung und darauf, dass Beauty-Dienstleistungen erlaubt sind.
  8. Datenschutz-Grundlagen umsetzen – Du speicherst Kundendaten (Namen, Adressen, Gesundheitsinformationen bei Massage). Seit dem neuen Datenschutzgesetz (nDSG, seit September 2023) bist du verpflichtet, Kunden über die Datenverarbeitung zu informieren. Ein einfaches Datenschutzblatt reicht für den Anfang. Gesundheitsdaten erfordern besondere Sorgfalt.

Kostenübersicht Phase 2

Position Kosten
AHV-Anmeldung CHF 0
Handelsregistereintrag CHF 120 – 400
Kantonale Bewilligung CHF 0 – 300
EMR-Registrierung CHF 200/Jahr
ASCA-Registrierung CHF 250/Jahr

Phase 3: Standort und Einrichtung

Dein Arbeitsplatz ist deine Visitenkarte. Ob Heimpraxis, Mietraum, Stuhlmiete oder mobiler Service – jede Option hat Vor- und Nachteile. Wähle die Variante, die zu deinem Budget und deiner Zielgruppe passt.

  1. Standort wählen – Du hast vier Hauptoptionen: Home-Praxis (geringste Kosten, aber braucht ggf. Bewilligung), eigener Mietraum (professionellster Auftritt, höchste Kosten), Stuhlmiete/Raummiete in einem bestehenden Studio (flexibel, geringeres Risiko) oder mobiler Service (kein Raumaufwand, aber Fahrtkosten und eingeschränktes Angebot). Für den Start empfiehlt sich oft Stuhlmiete oder Heimpraxis, da das Risiko tief bleibt.
  2. Mietvertrag verhandeln und abschliessen – Verhandle die Konditionen: Mietdauer (ideal: kurze Anfangslaufzeit mit Verlängerungsoption), Nebenkosten, Kaution (üblicherweise 3 Monatsmieten), bauliche Anpassungen und Kündigungsfrist. Lass den Vertrag im Zweifelsfall von einem Fachperson prüfen. Achte auf versteckte Kosten wie Allgemeinflächen-Zuschläge.
  3. Raum einrichten – Die Einrichtung hängt stark von deinem Beruf ab. Grundausstattung für jedes Beauty-Studio: Behandlungsliege oder -stuhl, Arbeitstisch, Beleuchtung (gutes Tageslicht oder LED), Spiegel, Aufbewahrungsmöbel, bequeme Stühle für den Wartebereich, angenehme Dekoration. Investiere in Qualität bei den Dingen, die Kunden sehen und berühren.
  4. Geräte und Werkzeuge beschaffen – Die Investitionen variieren enorm je nach Beruf. Kosmetik: Bedampfer, Lupenleuchte, Hochfrequenzgerät, Ultraschall. Massage: Massageliege, Lagerungskissen, Hot Stones. Nails: UV/LED-Lampe, Fräser, Absaugung. Coiffeur: Waschplatz, Frisierstühle, Haartrockner, Scheren, Rasierer. Kaufe am Anfang nur das Nötigste und erweitere schrittweise.
  5. Produkte und Verbrauchsmaterial einkaufen – Wähle Produktlinien, die zu deinem Konzept und deiner Preisklasse passen. Vergleiche Grosshändlerpreise (z.B. coiffure-suisse.ch, Beauty Alliance, oder direkt beim Hersteller). Bestelle zunächst kleine Mengen, bis du weisst, welche Produkte gut ankommen. Achte auf Mindesthaltbarkeit und Lagerung.
  6. Hygiene-Setup einrichten – Hygiene ist nicht verhandelbar und wird kontrolliert. Du brauchst: Flächendesinfektionsmittel, Handdesinfektionsmittel, Einweghandschuhe, Einwegtücher, separate Abfallbehälter für kontaminiertes Material, waschbare Handtücher mit Kochwaschgang (60-90 Grad), Einweg-Auflagen für Liegen. Erstelle einen Hygieneplan und hänge ihn sichtbar auf.
  7. Zahlungssystem einrichten – Bargeldlose Zahlung ist heute Standard. Richte ein Kartenterminal ein (z.B. SumUp, Worldline oder über deine Bank) und biete TWINT an. TWINT ist in der Schweiz extrem verbreitet und einfach einzurichten. Viele Anbieter verlangen keine Grundgebühr, sondern nur eine Transaktionsgebühr von 1.3 bis 2.5% pro Zahlung.

Kostenübersicht Phase 3

Position Kosten
Raummiete (erste + Depot) CHF 1'000 – 7'000
Einrichtung CHF 1'000 – 30'000
Geräte/Werkzeuge CHF 500 – 10'000
Produkte (Startbestand) CHF 300 – 3'000
Kartenterminal CHF 0 – 30/Monat

Phase 4: Versicherungen und Vorsorge

Als Selbständige:r bist du selbst für deine Absicherung verantwortlich. Das bedeutet mehr Aufwand als als Angestellte:r, aber auch mehr Freiheit. Diese Schritte sichern dich und dein Business ab.

  1. Berufshaftpflichtversicherung abschliessen – Absolutes Muss für jede Beauty-Fachperson. Sie schützt dich, wenn bei einer Behandlung etwas schiefgeht: allergische Reaktion auf ein Produkt, Verbrennung durch ein Gerät, Hautschäden durch eine Behandlung. Die Kosten liegen bei CHF 150 bis 500 pro Jahr, je nach Beruf und Deckungssumme. Für EMR/ASCA-Registrierung ist sie Pflicht.
  2. Betriebsversicherung prüfen – Schützt dein Inventar, deine Einrichtung und deine Geräte gegen Feuer, Wasser, Einbruch und Diebstahl. Besonders wichtig, wenn du teure Geräte hast oder Produkte im Wert von mehreren Tausend Franken lagerst. Kosten: CHF 200 bis 500 pro Jahr.
  3. AHV/IV/EO-Beiträge einplanen – Als Selbständige:r zahlst du mindestens 10% deines Reineinkommens an die AHV/IV/EO. Bei tiefen Einkommen gilt ein reduzierter Satz. Die Beiträge werden provisorisch berechnet und nach der Steuererklärung definitiv festgelegt. Plane diese Kosten von Anfang an ein – sie kommen zusätzlich zu deinem Lebensunterhalt.
  4. Säule 3a einrichten – Als Selbständige:r ohne Pensionskasse kannst du bis zu CHF 36'288 pro Jahr in die Säule 3a einzahlen (Stand 2026). Diesen Betrag kannst du vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehen. Eröffne ein 3a-Konto bei einer Bank oder Versicherung und zahle regelmässig ein – auch wenn es am Anfang nur kleine Beträge sind.
  5. Krankentaggeldversicherung prüfen – Optional, aber dringend empfohlen. Wenn du krank wirst oder einen Unfall hast, verdienst du als Selbständige:r nichts. Eine Krankentaggeldversicherung zahlt dir ab dem vereinbarten Wartetag (z.B. 30, 60 oder 90 Tage) ein Taggeld. Je länger die Wartefrist, desto günstiger die Prämie. Kosten: CHF 500 bis 1'500 pro Jahr.
  6. Rechtsschutzversicherung prüfen – Optional. Schützt dich bei Rechtsstreitigkeiten mit Kunden, Vermietern oder Lieferanten. Besonders nützlich, wenn du einen Mietvertrag hast oder mit Produkthaftungsfragen konfrontiert werden könntest. Kosten: CHF 300 bis 600 pro Jahr.

Kostenübersicht Phase 4

Position Kosten
Berufshaftpflicht CHF 150 – 500/Jahr
Betriebsversicherung CHF 200 – 500/Jahr
AHV/IV/EO (min.) ca. 10% vom Gewinn
Säule 3a (max.) CHF 36'288/Jahr
Krankentaggeld (optional) CHF 500 – 1'500/Jahr

Phase 5: Marketing und Online-Präsenz

Du kannst die beste Kosmetikerin der Stadt sein – wenn dich niemand findet, hast du keine Kunden. Gutes Marketing muss nicht teuer sein, aber es braucht Konstanz und einen klaren Plan.

  1. Google Business Profil erstellen und optimieren – Das ist der wichtigste Marketing-Schritt überhaupt. Wenn jemand "Kosmetikerin in [deine Stadt]" googelt, erscheinst du im Google Maps-Ergebnis. Fülle dein Profil vollständig aus: Fotos (Raum, Behandlungen, Ergebnisse), Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Preise. Bitte zufriedene Kundinnen aktiv um Bewertungen – sie sind Gold wert.
  2. Website erstellen – Eine einfache Website mit deinem Angebot, deinen Preisen, Kontaktdaten und einem Online-Buchungssystem reicht für den Start. Du brauchst keinen teuren Webdesigner: Tools wie Wix, Squarespace oder WordPress ermöglichen professionelle Websites ab CHF 0 bis 200 pro Jahr. Wichtig: Die Website muss auf dem Handy gut aussehen – über 70% der Besucher kommen mobil.
  3. Social-Media-Profile einrichten – Instagram ist die wichtigste Plattform für Beauty-Businesses. Zeige Vorher/Nachher-Bilder, deinen Arbeitsalltag, dein Studio und dich als Person. Poste regelmässig (2 bis 3 Mal pro Woche) und nutze lokale Hashtags. Facebook ist für die ältere Zielgruppe weiterhin relevant. TikTok kann funktionieren, braucht aber mehr Aufwand für Video-Content.
  4. Branchenverzeichnisse nutzen – Trage dich in die wichtigsten Verzeichnisse ein: local.ch, search.ch, und bei Massage/Komplementärtherapie auch ins EMR- oder ASCA-Therapeutenverzeichnis. Diese Einträge sind oft kostenlos und bringen zusätzliche Sichtbarkeit. Auch branchenspezifische Verzeichnisse wie treatwell.ch oder salonkee.com können Kunden bringen.
  5. Visitenkarten und Flyer gestalten – Klingt altmodisch, funktioniert aber im Beauty-Bereich hervorragend. Lege Visitenkarten in Cafés, Fitnessstudios, Arztpraxen und Reformhäusern aus. Ein schöner Flyer mit Eröffnungsangebot in den Briefkästen deiner Nachbarschaft kann die ersten Kunden bringen. Canva bietet kostenlose Vorlagen für professionelle Designs.
  6. Preisliste erstellen und kommunizieren – Transparente Preise schaffen Vertrauen. Erstelle eine übersichtliche Preisliste mit allen Dienstleistungen, Dauer und Preisen. Hänge sie im Studio auf, stelle sie auf die Website und teile sie in den sozialen Medien. Biete Pakete und Abos an – sie binden Kunden und sichern dir regelmässiges Einkommen.

Kostenübersicht Phase 5

Position Kosten
Google Business CHF 0
Website CHF 0 – 2'000
Visitenkarten/Flyer CHF 100 – 300
Social Media CHF 0 (Zeit)

Phase 6: Eröffnung und erste Kund:innen

Du hast alles vorbereitet – jetzt wird es ernst. Die Eröffnung ist ein Meilenstein, aber sie ist auch erst der Anfang. So startest du erfolgreich.

  1. Eröffnungsdatum festlegen – Wähle ein Datum, das dir genug Vorlaufzeit gibt, um alles vorzubereiten. Vermeide Ferienzeiten (Juli/August, Weihnachten) und plane die Eröffnung idealerweise unter der Woche, damit du am Wochenende bereits erste Kunden empfangen kannst. Kommuniziere das Datum mindestens 2 bis 4 Wochen vorher über Social Media, Google Business und persönliche Einladungen.
  2. Eröffnungsaktion planen – Eine gelungene Eröffnung generiert Aufmerksamkeit und erste Kunden gleichzeitig. Bewährte Aktionen: 20% Rabatt auf die erste Behandlung, Tag der offenen Tür mit Gratisberatungen oder Mini-Behandlungen, Gewinnspiel auf Instagram, Kooperation mit einem lokalen Geschäft (z.B. Blumenladen oder Café). Investiere in Getränke und kleine Snacks für den Tag der offenen Tür.
  3. Erste Kund:innen gewinnen – Dein Netzwerk ist dein grösstes Kapital beim Start. Erzähle Freunden, Familie, Nachbarn und ehemaligen Kolleginnen von deiner Eröffnung. Bitte sie, dich weiterzuempfehlen. Biete ein Empfehlungsprogramm an: Wer eine neue Kundin bringt, erhält einen Rabatt auf die nächste Behandlung. Die ersten 10 bis 20 Kunden kommen fast immer aus dem persönlichen Umfeld.
  4. Buchhaltung einrichten – Vom ersten Tag an musst du Einnahmen und Ausgaben lückenlos dokumentieren. Als Einzelfirma reicht eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (Milchbüchlein-Rechnung). Nutze eine einfache Software wie Bexio, Klara oder eine Excel-Tabelle. Sammle alle Belege – digital oder physisch. Die Steuererklärung wird deutlich einfacher, wenn du von Anfang an Ordnung hältst.

Kostenübersicht Phase 6

Position Kosten
Eröffnungsaktion CHF 100 – 500
Buchhaltungs-Software CHF 0 – 50/Monat

Gesamtkostenübersicht: Was kostet die Gründung?

Die Kosten für dein Beauty-Business hängen stark davon ab, welchen Beruf du wählst, ob du bereits eine Ausbildung hast und wie du deinen Standort gestaltest. Hier die Zusammenfassung aller Phasen:

Phase Kostenbereich
Phase 1: Planung CHF 1'000 – 20'500
Phase 2: Rechtliches CHF 120 – 1'150
Phase 3: Standort/Einrichtung CHF 2'800 – 50'000
Phase 4: Versicherungen (1. Jahr) CHF 350 – 1'000
Phase 5: Marketing CHF 100 – 2'300
Phase 6: Eröffnung CHF 100 – 550
Total CHF 4'470 – 75'500
Realistischer Durchschnitt CHF 10'000 – 30'000

Wichtig: Die grosse Spanne erklärt sich hauptsächlich durch die Ausbildungskosten (Phase 1) und die Einrichtung (Phase 3). Wer bereits ausgebildet ist und mit einer Heimpraxis oder Stuhlmiete startet, kann mit CHF 5'000 bis 10'000 ein professionelles Beauty-Business eröffnen.

Zeitplan: Wie lange dauert die Gründung?

Die Dauer deiner Gründung hängt vor allem davon ab, ob du noch eine Ausbildung absolvieren musst:

  • Ohne Ausbildungsbedarf: 1 bis 3 Monate – Wenn du bereits alle nötigen Qualifikationen hast, kannst du innerhalb weniger Wochen starten. Die AHV-Anmeldung dauert 4 bis 8 Wochen, parallel dazu kannst du Standort, Einrichtung und Marketing vorbereiten.
  • Mit bestehender Ausbildung, aber Zusatzqualifikation nötig: 2 bis 4 Monate – Wenn du z.B. noch den EMR-anerkannten Erste-Hilfe-Kurs oder eine Weiterbildung brauchst, rechne mit etwas mehr Zeit.
  • Inkl. vollständiger Ausbildung: 6 bis 36 Monate – Eine EFZ-Ausbildung dauert 3 Jahre, eine anerkannte private Kosmetik- oder Massage-Ausbildung 6 bis 18 Monate. In dieser Zeit kannst du aber bereits alles andere vorbereiten.

Dein nächster Schritt

Du hast jetzt alle 38 Schritte auf einen Blick. Das Wichtigste: Fang an. Du musst nicht alles auf einmal machen. Starte mit Phase 1, arbeite dich Schritt für Schritt durch – und lass dich nicht von der Fülle der Aufgaben entmutigen.

Unsere kostenlosen Leitfäden decken alle Berufe im Detail ab: Massage, Kosmetik, Nagelstudio und Coiffeur – von der Anmeldung über die Ausrüstung bis zu den ersten Kund:innen. Jeder Leitfaden enthält berufsspezifische Informationen, die über diese allgemeine Checkliste hinausgehen.

Viel Erfolg bei deiner Gründung!

Von der Redaktion · selbständig.you

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